Früh beginnende Grundbildung

– politisch ein Erfolg – real noch nicht.

Mehr Glück als das neuerdings politisch vernachlässigte Erfolgskonzept der "Partnerschafts-Helfer" haben inzwischen die Initiative Grundbildung in der "Dritten Welt" und die anschließende Initiative Vorschuldidaktik für Kinder in EINEr Welt aus den Jahren 1989/9O. Trotz politischer Akzeptanz insbesondere der Grundbildungsinitiative durch einen fast einstimmigen Bundestagsbeschluss im Oktober 1990 dauerte es 12 Jahre bis das zuständige deutsche Bundesministerium zumindest konzeptionell damit begann, früh beginnender Grundbildung auch praktisch einen höheren Stellenwert einzuräumen. Spät hat dies Eingang gefunden in ein BMZ-Bildungskonzept – vorerst noch auf Papier.

Nach dem 10-jährigen Bestehen der Peter-Hesse-Stiftung im Dezember 1993 begann eine intensive Nutzung des in Haiti Gelernten im fachpolitischen Rahmen nicht nur in Deutschland, sondern erstmalig auch in EINEr Welt –  z.B. beim "Weltgipfel für Soziale Entwicklung" im März 1995 in Kopenhagen. Dafür hatte ich die Erfahrungen der Haiti-Basisarbeit in 3 "SUGGESTIONs for ONE world development" zusammengefasst. (s. original-PDF-Seiten)

Es war der Durchbruch für kleinere Nicht-Regierungs-Organisationen (NROs), zumindest in einem Parallelrahmen neben den Staaten der UNO in 1995 in Kopenhagen. Die Möglichkeit zur Problemlösungs-Mitgestaltung der qualifizierten Zivilgesellschaft auf "Augenhöhe" mit den gewählten oder entsandten Vertretern der Staaten ist noch weit entfernt. Gemeinsam mit meiner damaligen Frau Ting-Wen ergriff ich jedoch die Gelegenheit zur Präsentation unserer Anregungen durch einen Informationstand der Peter-Hesse-Stiftung.

Durch Mitarbeit in internationalen Netzwerken sowie durch die Gestaltung eines Arbeitsbereiches "Bildung für das nächste Jahrhundert" im STATE OF THE WORLD FORUM der Gorbatschow-Stiftung in San Francisco, USA, konnte ich gemeinsam mit anderen engagierten Menschen weltweit für die Verbesserung der frühkindlichen Vor- und Grundbildung werben.  Das war eine Möglichkeit, sich auch in einem formal und inhaltlich anspruchsvollen Rahmen wie beim STATE OF THE WORLD FORUM Gehör zu verschaffen. Noch immer ist dieses Thema "Früh beginnende Grundbildung" aber nur fachlich anerkannt, sowie in politischen Deklarationen – s.: "Education for All (EfA)" – noch nicht jedoch in der Praxis und auch nicht in seiner vollen ganzheitlichen Bedeutung für menschliche Entwicklung.

Der Beweis für die Machbarkeit z. B. von Montessori Vorschulbildung für benachteiligte Bevölkerungsgruppen in Haiti und in der Côte d'Ivoire – gemeinsam mit meiner langjährigen Projektpartnerin Carol Guy-James (Montessori Directrice aus Trinidad) ist vielleicht noch wirksamer als der Besuch von Fachkonferenzen. DENNOCH ist auch öffentliches Eintreten für das als heilsam Erkannte notwendig zum Wenden von Not.

Der globale Bedarf an qualifizierter frühkindlicher Ausbildung für eine weiter lernende Menschheit bleibt groß – bis es der Weltgemeinschaft gelingt, friedliche globale Rahmenbedingen und gerechte Strukturen in EINEr Welt in Vielfalt zu gestalten.

Diese große Vision darf nicht aufgegeben werden!