Lehrer und Lehrerinnen

sind unterbewertet

– auch in Deutschland –insbesondere jedoch in unserer EINEn Welt.

Dort, wie z. B. in Haiti, gibt es viel zu wenig ausgebildete Lehrer.
Lehrerbildung hat in vielen sich entwickelnden Ländern keine hohe Priorität. Folglich leidet darunter auch die Wertschätzung für Lehrer. Schulbauten kann man sehen und fotografieren. Das macht Eindruck. Lehrerbildung ist nicht spektakulär – und folglich auch unterbewertet.

Obwohl jedermann zu wissen scheint, dass Bildung – insbesondere früh beginnende, gute Grundbildung – Voraussetzung ist für ein erfülltes Leben wie auch für das Gedeihen von Staaten, bestehen in Deutschland unsinnige BMZ-amtliche Leitlinien für die Förderung von Kindern mit Konsequenzen in Notsituationen wie z. B. nach dem Erdbeben in Haiti in 2010.

Es heißt: Hilfe für Kinder muss Kindern direkt dienen!

Soweit so gut. - Nur, was ist direkt?

Natürlich nutzen alle Basishilfen wie Ernährung, Gesundheit und Schutz Kindern direkt. Auch Schulen! Das ist richtig, denn auch Bildung ist ein Grundrecht und ein "basic need". Was sollen aber Schulen ohne Lehrer? Wo es – wie in Haiti –  kaum ausgebildete Lehrkräfte gibt, ist das bloße Hinstellen eines Schulgebäudes – ohne sich darüber im Klaren zu sein, wie dort die Lehrer-Situation aussieht – keine wirklich wirksame Hilfe.

Bei unserem Versuch, öffentliche Co-Finanzierung für unsere durch das Erdbeben unterbrochene LehrerInnen-Ausbildung zu erhalten, wurde mir klar beschieden: Ja, Schulen dienen Kindern direkt, Lehrer-Ausbildung jedoch nicht. Diese sei zwar lobenswert, diene aber Kindern eben nicht direkt.

Folglich: keine Co-Finanzierung.

vollständige A4-PDF-Seite