Private Leidenschaften

Seit meiner Jugend waren afro-karibische Rhythmen meine Leidenschaft.

Diese zogen mich 1980 nach Haiti und resultierten schließlich in meinem Engagement für konkrete „Entwicklungshilfe“ – nicht nur in Haiti. Ein schmerzhafter Unfall im Skiurlaub 1973 hatte neue Winter-Urlaubsziele erzeugt wie Haiti – aber auch die Entdeckung des Karnevals in Trinidad, wo ich zunächst mehrmals im Kostüm mitmachte und schließlich in 2009 diesen 11-minütigen Film drehte:

Rhythmus blieb weiter aktuell – nicht nur afro-karibisch.
Im August 2015 begleitete ich meine keltische Harfe spielende Frau zu einem Sommer Musikfest und nutzte meine keltische Rahmentrommel zur improvisierten Begleitung einer originellen amerikanischen Country-Musik unter Leitung von Bill Flowe (Violine und Gesang): 

Zur zweiten beständigen Leidenschaft wurden beseelte Sommer Urlaubsreisen – raumbedingt zu Beginn alleine – auf  (nicht im) Wasser des Mittelmeers. Mit dem ersten selbstverdienten Geld wurde dies mit einem einfachen Schlauchboot möglich. Das kleine „Wiking“-Boot hatte im ersten Jahr sogar ein Segel und Seitenschwerter. Nach einem allzu engen ersten Sommer lieh ich einen stärkeren Motor und erlebte auf dem Mini-Motorboot weitere unbeschwerte Sommerferien auf einer bequem breiten Luftmatratze unter dem Zeltdach – vor allem im Bereich von Port Cros und des damals noch romantischen Hafens von Porquerolles an der Côte d’Azur.

SchlauchbootSchöne menschliche Erlebnisse bleiben in Erinnerung – und auch die sanfte Bewegung der schwimmenden Schlafstätte. Damit dies möglich wurde bewährte sich Improvisation und winterliche Bastelarbeit, denn die frühen Wiking-Schlauchboote hatten noch keinen glatten Innenboden. Die damalige Zeitschrift „HOBBY“ ermöglichte die Beschreibung sinnvoller Vorbereitung. Die Kopien der Kopien aus 1962 sind zwar nicht „druckreif“; die vier PDF-Seiten geben aber ausreichend aktiven (jungen) Menschen sinnvolle Hinweise für einen sehr freien Sommerurlaub „auf See“.
Mit der Zeit wuchs meine Leidenschaft für die Freiheit auf dem Wasser, später auch für Wind und Wellen, langsam zu Segel- und Rauwasser-Booten mit mehr als nur einem geschützten Schlafplatz an Bord.

Mit der ersten deutschen Gründung eines "Tisches" der 1951 in Chile wiederbelebten karibischen Freibeuter, der "Brüder der Küste", bekam diese Leidenschaft einen zusätzlichen Sinn: weltweite Bruderschaft und Solidarität unter Seglern.

Logo Küstenbrüder

Die "Brüder der Küste" der Neuzeit bezogen sich auf die spanische Galeeren überfallenden Freibeuter des 17. Jahrhunderts auf der Insel "La Tortue" vor Haiti. Dort herrschten damals raue, aber untereinander brüderlich solidarische Sitten.

Die neue Bruderschaft des zwanzigsten Jahrhunderts verbreitete sich schnell in ganz Latein- und Nord-Amerika und erreichte schließlich auch die "Blauwasser-Segler" Europas, wo ich mich 1977 dem ersten deutschen "Bruder-Tisch" anschloss. 

Es war wohl kein Zufall (?!), dass eines der Montessori-Vorschul-Projekte unserer Fondation-Peter-Hesse auf dem Berg von La Tortue gegründet wurde. Dies gab schließlich den Anstoß zu einem kleinen Erweiterungsprojekt unseres haitianischen Engagements in Form eines speziellen Tisches der "Brüder der Küste" auf deren historischen Heimatinsel La Tortue. Unsere dortigen "Brüder" waren die Verantwortlichen in kleinen, armen Fischergruppen, den Nachkommen der nach Haiti verschleppten Afrikaner. Daher "passte" das Ergänzungsprojekt gut in die Vision des Stiftungsgründers von EINEr brüderlichen, solidarischen Welt in Vielfalt - s. hierzu einen Auszug aus meinem englischen Buch "VISION WORKS" unter
www.peter-hesse.info/en/privatepassions.html.