Engagement in der CDU

Ursprünglich – zu meiner frühen Berufszeit als Marketing-, Management- und Kreativitäts-Trainier – war ich grün-liberal fühlend, aber ziemlich unpolitisch. Als „Junger Unternehmer“ zu einem Streitgespräch mit dem damaligen Juso-Vorsitzenden Wolfgang Roth im Düsseldorfer Industrieclub gebeten, empfand ich dies als sportliche Herausforderung:

Wir stritten heftig über gesellschaftspolitische Positionen, die Rollen des Staates und der Wirtschaft. Ich entdeckte dabei meine mir bisher kaum bewussten konservativen Wurzeln. Im Anschluss an das Streitgespräch im Industrieclub zogen wir friedlich in die Düsseldorfer Altstadt. Menschlich gab es zwischen uns in meiner Erinnerung keinerlei Probleme. Aber am nächsten Tag trat ich an einem politischen Infostand als Mitglied in die CDU ein.

An Wolfgang Roth erinnere ich mich in respektvoller Freundschaft. Sein politisches Engagement war überzeugend, machte mir jedoch gleichzeitig bewusst, dass meine wertbetonten Einstellungen für eine offene, liberale Gesellschaft besser in die Mitte der Gesellschaft passten.

Die FDP war mir zwar sympathisch, aber damals zu „links“. Schon bald versuchte ich, in der Bundes-CDU für einen liberalen Arbeitskreis zu werben – mit sehr konkreten konzeptionellen Inhalten, mit Zusagen geeignet erscheinender Führungspersönlichkeiten und mit einem kleinen Anstecker „konstruktiv liberal“ auf grünem Hintergrund – s. Abbildung.

Die CDU-Führung winkte ab. Ein liberaler CDU-Arbeitskreis passte nicht in das damalige strategische CDU-Bundeskonzept.

CDU-Seminare und Kandidatur

Nach meiner ersten negativen Erfahrung mit eigener Initiative in einer Partei hätte ich mich – so wie andere Mitglieder auch – aus dem Versuch einer Mitgestaltung auf politischer Bundesebene zurückziehen können. Das passte jedoch nicht zu meiner Grundeinstellung: „Wenn schon Mitgliedschaft, dann auch aktiv.“

Inzwischen hatte ich Erfahrungen in der Vermittlung einfacher Management-Methoden insbesondere in der Realisierung von Projekten für einen sinnvollen Zweck gewonnen, also durch Marketing Projekt-Management.  Die Förderung politischer Initiativen, die Menschen nutzen, die zumindest von vielen anderen Menschen auch erwünscht waren, erschien mir als solch ein „sinnvoller Zweck“ – im Gegensatz zur sich verbreitenden Einstellung von Marketing als manipulativer Methode. 

Also bot ich in der Düsseldorfer CDU kostenlose Kurzseminare in Projekt-Management an. Das sprach sich in der Düsseldorfer CDU herum und wurde immer mehr nachgefragt. Insgesamt nahmen rund eintausend CDU-Mitglieder im Laufe der Zeit an meinen Kurzseminaren teil. Auch faire Dialektik wurde dabei ein Thema, das sich gut in meine noch von Salem beeinflusste Grundeinstellung einfügte.

Einige – ebenfalls jüngere – CDU Mitglieder mit Erneuerungsvisionen meinten, ich solle eine Bundestags-Kandidatur wagen. Ein Team junger Aktiver, zumeist aus meinem CDU-Ortsverband Zoo, sicherte mir, dem strategischen Neuling in der Politik, ihre Hilfe zu. Es war eine spannende Erfahrung. Ich wurde in Düsseldorfs CDU Ortsgruppen zur Vorstellung gebeten und fand langsam Gefallen an dieser für mich neuen Lernerfahrung.

In der entscheidenden Kandidatenkür der Düsseldorfer CDU verlor ich nur knapp gegen den traditionellen CDU Kandidaten, den ehemaligen Landes-Minister Mikat. Aus diesem politischen Abenteuer wuchs ein bis heute andauerndes Engagement für politische Themen, die sich im Laufe der Jahre aus meinem sich wandelnden Lebensweg ergaben. In jedem Fall bleibe ich dankbar für die daraus wachsenden Erkenntnisse und Einblicke in die politische Realität auf unterschiedlichen Ebenen.

VISIONEN führen zu neuem Paradigma

Appell für unsere globale Zukunft.

Appell für unsere globale Zukunft

Das Engagement für Menschen, speziell für Kinder in unserer EINEn Welt in Vielfalt wird konkret (in Haiti und in Afrika) sowie politisch (auch ohne Partei) während der "Restlaufzeit" meines Lebens weitergeführt.

Vergessen wurde beim Neubau von Schulen nach Katastrophen, dass Schulen ohne LehrerInnen kaum Sinn machen. Darum bilden wir mit unserer Peter-Hesse-Stiftung LehrerInnen aus – siehe www.solidarity.org. Vergessen werden aber auch die Menschen an der Basis der staatlichen Fluchtursachen-Bekämpfung.

Darum:

Fluchtursachen

auch an der Basis bekämpfen

Als Ergänzung von z. B. in Afrika staatlich vereinbarter Entwicklungs-Zusammenarbeit sowie auch – wo immer möglich – in sich entwickelnden Ländern, mit denen größere staatliche Zusammenarbeit nicht möglich ist. Es ist eine erprobte, erfolgreiche Methode, die auf Eigenmotivation von Menschen beruht. Sie war bei der Gründung der GIZ „übersehen“ worden.

Fluchtursachen auch an der Basis bekämpfen

Micro-Zuschüsse – „micro-grants“

Finanzhilfe hilft Fluchtursache Armut zu heilen

Bereits ein Jahr nach Gründung der Peter-Hesse-Stiftung in 1983 wurde dieses Problem menschlicher Entwicklung in Haiti deutlich: Selbsthilfe-Initiativen brauchen häufig Starthilfen. Die finanzielle Förderung von Selbsthilfe-Initiativen durch Mini-Kredite ist spätestens seit Professor Yunus' Friedens-Nobelpreis anerkannt und erfolgreich, sofern "richtig" eingesetzt. Aber nicht immer sind Micro-Kredite rückzahlbar.

Dann können Zuschüsse besser geeignete Starthilfen sein. Zu viel Geld lähmt jedoch die Eigeninitiative und fördert Korruption. Micro-Zuschüsse, "micro-grants", genügen häufig. Da sie jedoch administrativ teuer sind, mussten neue Wege gesucht werden. Einen solchen Weg hatte ich schon 1984 vorgeschlagen. Er führte schließlich 1989 zum Erfolg, wie im Buch "Von der Vision zur Wirklichkeit" auf Seiten 87/89 – s. hier – zusammenfassend beschrieben und 1990 unter dem Namen Partnerschafts-Helfer-Modell veröffentlicht.

Seit 1990 funktioniert(e) dieses Mini-Cofinanzierungs-Verfahren erfolgreich im Rahmen des vom Deutschen Entwicklungsdienst (ded) durchgeführten Instrumentariums des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unter dem Namen "Programm zur Förderung einheimischer Organisationen und Selbsthilfe-Initiativen" (s. hierzu auch den ded-Beitrag "Von der Partnerschafts-Hilfe zur Beratung einheimischer Organisationen" im Buch "SOLIDARITÄT die ankommt", S.231-270).

Dieses Programm ergänzt(e) im Micro-Finanzsektor die Micro-Credit Systeme, wie sie insbesondere von Prof. Yunus und seiner Grameen-Bank bekannt wurden. Bis zur Integration des Deutschen Entwicklungsdienstes (ded) in die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in 2011 blieb es ein Erfolgsmodell für Basishilfe durch deutsche Entwicklungs-Fachkräfte in sich entwickelnden Ländern. Das Modell wurde ein Opfer von – wie ich meine – falscher Entwicklungspolitik. Es bedarf nun der politischen und administrativen Reaktivierung und weiteren Engagements.

Die politische und administrative Regenerierung des erfolgreichen, vom BMZ in 2011 vernachlässigten Partnerschafts-Helfer-Modells könnte und sollte von anderen für EINE Welt engagierten Menschen zumindest mitgetragen werden. Das könnte und sollte dann in einem globalen Maßstab versucht werden – im Interesse sich entwickelnder Menschen in der Welt.

Eine nicht nur von und für die Staaten unserer Welt getragene UNO wäre ein sinnvoller Rahmen. Dazu müssten sich die Staaten – und eine sich erneuernde UNO – allerdings mehr an den Menschen in unserem globalen Dorf orientieren – und nicht nur an den Regierungen.

Das erscheint noch eine utopische Vorstellung zu sein – könnte sich jedoch durch eine ganzheitlich lernende Menschheit qualitativ wandeln und zu einer real möglichen Vision werden.

Wake-up call Haiti

Wake up call Haiti

 

Austritt aus der CDU

Politik ohne globale Vision

Wegen deutscher Politik ohne Visionen und ohne klare Absage an materialistischen Markt-Absolutismus habe ich meine lange aktive
Partei-Zugehörigkeit demonstrativ gekündigt – zu Gunsten von
direkterem Engagement für EINE friedliche, gerechtere Welt in Vielfalt.

Ein liebevolles Welt-Wirtschafts-Paradigma und mutige Staaten, die egoistischem Wirtschaftsverhalten Grenzen setzen, ermöglichen
politischen Neubeginn und EINE Welt in Balance.

Aus der CDU bin ich zum Jahresende 2017 ausgetreten:

Austritt aus der CDU erfolgt

Vor der deutschen Bundestagswahl im September 2017 suchte ich "Eine Partei mit Vision" – siehe PDF-Seite dieser Suche mit Begründung der Notwendigkeit eines Paradigma-Wechsels. Die Suche war vergeblich. Darum nun meine Kündigung der CDU-Mitgliedschaft mit kurzer Begründung auch als 3-Minuten Video-Clip:

Paradigma-Wechsel notwendig!